erweiterte Schwangerenvorsorge

Einführung
Zusätzliche Ultraschalluntersuchungen während der Schwangerschaft:
-- 3D/4D-Ultraschall
-- Toxoplasmose-Test
-- Nackentransparenz-Messung – Ersttrimester-Screening
-- Fetaler Fehlbildungsultraschall / Feindiagnostik
-- Farbdoppler-Ultraschall
-- Glukose-Toleranz-Test

 

Einführung

Ihre gesetzliche Krankenkasse gewährt Ihnen einen umfassenden Versicherungsschutz jedoch nur für das, was medizinisch notwendig ist. Die moderne Medizin bietet darüber hinaus zahlreiche empfehlenswerte und sinnvolle Untersuchungen an, die nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung enthalten sind, die Schwangerenvorsorge aber optimieren können.

Eine Liste dieser Wunschleistungen mit den entsprechenden Erläuterungen finden Sie in der nachfolgenden Auflistung. Sprechen Sie uns bitte einfach darauf an. Wir werden Sie gerne beraten, welche Maßnahmen und Untersuchungen in Ihrem Falle und für Sie speziell empfehlenswert sind.

Die Kosten für diese individuellen Gesundheitsleistungen dürfen jedoch nicht zu Lasten Ihrer Krankenkasse erbracht werden und müssen deshalb von Ihnen auf der Basis der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) übernommen werden.

Gerne stehen wir für weitere Informationen zur Verfügung.

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Schwangere Frau

Zusätzliche Ultraschalluntersuchungen während der Schwangerschaft

Auf Ihren ausdrücklichen Wunsch hin sind wir gerne bereit in Ergänzung zu den drei routinemäßige Ultraschalluntersuchungen (jeweils um die 10., 20. und 30. Schwangerschaftswoche) zusätzliche Ultraschalluntersuchungen durchzuführen.

Diese zusätzlichen Ultraschalluntersuchungen sind sicher medizinisch sinnvoll, aber nicht zwingend notwendig. Neben den Untersuchungen zum Wachstum und Zustand des Kindes bieten solche Ultraschalluntersuchungen die Gelegenheit, Ihnen das Kind eingehender zu zeigen und, falls gewünscht und möglich, das Geschlecht zu bestimmen.

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3D-Ultraschall

3D/4D-Ultraschall

Zu besonderen Sprechzeiten, gegebenenfalls auch am Samstag Vormittag, können wir Ihnen und Ihrer Familie in Ruhe Ihren Sprößling in plastischen Bildern, auch in Echtzeit, zeigen. Die besten Verhältnisse für diese 3D/4D Darstellung des Kindes bestehen um die 18. – 26. SSW. Die Qualität der Darstellung hängt bei dieser Untersuchung jedoch besonders von der Lage des Kindes in der Gebärmutter und den Fruchtwasserverhältnissen ab , so dass nicht immer vernünftige Aufnahmen zu erzielen sind.

Bitte beachten Sie: Diese Untersuchung dient vor allem der Darstellung des Kindes im Sinne eines "Baby-Fernsehens" und nicht als zusätzliche medizinische Diagnostik. Daher eignet sich diese Untersuchung nur sehr eingeschränkt, weitere Sicherheit bezüglich der Gesundheit eines Kindes zu erzielen. Eine Kostenübernahme dieser 3D/4D Darstellung durch die gesetzlichen Kassen gibt es nicht. Diese berechnen sich nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ).

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Toxoplasmose-Test
(9.-12. Schwangerschaftswoche)

Die Toxoplasmose ist eine Infektionskrankheit, die durch den Erreger „Toxoplasma gondii" von der Mutter auf das ungeborene Kind übertragen werden kann. Eine Infektion erfolgt über den Kontakt mit Haustieren (hauptsächlich Katzen oder Hamster) oder durch den Genuss von rohem Fleisch (Mett oder Tartar, Wurstwaren) oder nicht durchgebratenem Fleisch, nicht durchgekochte Eier sowie ungewaschenem Obst, Gemüse und Salat. Eine in der Schwangerschaft erworbene und nicht erkannte Toxoplasmose-Erkrankung kann beim Ungeborenen zu schweren Mißbildungen mit Gehirnschäden und Erblindung führen.

In Deutschland hat etwa jede zweite Frau im gebärfähigen Alter diese Erkrankung, meist unbemerkt, durchgemacht und ist daher geschützt. Durch eine Blutentnahme zu Beginn der Schwangerschaft können wir frühzeitig feststellen, ob bereits Antikörper (Abwehrstoffe) gegen Toxoplasmose gebildet wurden und sie damit immun gegen diese Erkrankung sind oder ob während Ihrer Schwangerschaft zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden sollten.

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Kontakt mit Haustieren

Nackentransparenz-Messung – Ersttrimester-Screening
(12.-14 Schwangerschaftswoche)

Mittels den Möglichkeiten der modernen Medizin, insbesondere den in den letzten Jahren entwickelten Hochleistungs-Ultraschallgeräten kann das Risiko, ein behindertes Kind zu bekommen, deutlich risikoärmer bestimmt werden. Das Risiko eines chromosomal geschädigten Kindes besteht bei jeder Schwangeren, wenn auch mit unterschiedlicher Wahrscheinlichkeit. Die häufigste Chromosomenstörung ist das Down-Syndrom, auch Mongolismus genannt.

Das Ersttrimester-Screening (auch Nackentransparenz- oder Nackenfaltenmessung genannt) ist eine spezielle Blut- und Ultraschalluntersuchung. Es wird in der Regel in der 12. bis 14. Schwangerschaftswoche durchgeführt. Diese spezielle Untersuchung macht es möglich, das Risiko für bestimmte genetische Erkrankungen wie Trisomie 21 (Down-Syndrom oder „Mongolismus") und Trisomie 18 einzuschätzen. Bei einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen einer der genannten Erkrankungen kann diese festgestellte Risikoerhöhung durch weitere Maßnahmen näher abgeklärt werden (Fruchtwasseruntersuchung).

Unauffällige Ergebnisse bei dieser Untersuchung sind keine Garantie für ein gesundes Kind. Eine höhere Sicherheit zum Ausschluß von Erbgutschäden lassen sich derzeit nur durch invasive Verfahren wie die Chorienzottenbiopsie oder Fruchtwasserpunktion (Amniozentese) erreichen, die allerdings risikoreicher für das Baby sind.

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Fetaler Fehlbildungsultraschall / Feindiagnostik
(20.-22.Schwangerschaftswoche)

Die weiterführende sonographische Organdiagnostik wird zwischen der 18. und 23. SSW empfohlen und nur bei auffälligen, risikoreichen Schwangerschaften als Kassenleistung durchgeführt. Bei Nichtvorliegen einer medizinischen Indikation ist die Untersuchung als Wahlleistung (IgeL) zu verstehen.

Die als Kassenleistung durchgeführte Untersuchung ist an folgende Indikationen gebunden :

  • Auffälligkeiten bei Untersuchungen im Rahmen der normalen Mutterschaftsvorsorge (z.B. auffällige kindliche Strukturen, Veränderungen der Fruchtwassermenge oder der Plazenta, Wachstumsverlust),
  • Verzicht auf invasive Pränataldiagnostik z.B. Fruchtwassruntersuchung (> 35 Jahre)
  • auffälliger Schwangerschaftsverlauf (Medikamenteneinnahme, Strahlenexposition, Infektion)
  • Vererbbare Erkrankungen in der Familie
  • Mütterliche Vorerkrankungen (z.B. Diabetes)
  • Mehrlingsschwangerschaft

Durch die sonografische Feindiagnostik wird die körperliche Entwicklung des ungeborenen Kindes beurteilt. Diese eingehende Feindiagnostik sollte in der 20.-22. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden, um möglichst viele Details zu erkennen.

Dabei werden sowohl die regelrechte Anlage und normale Ausbildung von Körperteilen und Organen als auch der Entwicklungszustand, Größe und Proportion des Feten überprüft.

Mit der farbcodierten Dopplersonographie können zusätzlich das fetale Herz in seiner Struktur, Lage und Funktion sowie die großen Blutgefäße beurteilt werden.

Fehlbildungen oder andere Veränderungen können dabei nicht 100%ig ausgeschlossen werden nicht zuletzt auch durch erschwerte Untersuchungsbedingungen wie z. B. ungünstige Kindslage, kräftige mütterliche Bauchdecken, späteres Schwangerschaftsalter oder geringe Fruchtwassermenge.

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sonografische Feindiagnostik

Farbdoppler-Ultraschall

Durch die Messung der Blutflüsse in in ausgewählten kindlichen und mütterlichen Gefäßen kann die Versorgung des Feten mit Nährstoffen beurteilt werden. Sie ermöglicht, besser als andere Überwachungsmethoden, durch die Messung der kindlichen Blutflüsse den Zustand des ungeborenen Kindes und das Außmaß einer eventuell vorliegenden kindlichen Mangelversorgung einzuschätzen.

Weiterhin kann durch die Messung der Blutflußmuster in den Gebärmutterarterien ) bereits zwischen der 20.-24. Schwangerschaftswoche eine Risikoeinschätzung bezüglich einer möglicherweise später in der Schwangerschaft auftretenden Praeeklampsie (Schwangerschaftsvergiftung) getroffen werden. Dies ermöglicht uns die Ergreifung von Vorsorgemaßnahmen und erlaubt eine individuell angepaßte Überwachung von Mutter und Kind.

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Farbdoppler-Ultraschall

Glukose-Toleranz-Test
(24.-28. Schwangerschaftswoche)

Ungefähr 2 bis 5 von 100 Frauen entwickeln während der Schwangerschaft oft unbemerkt einen Diabetes, der unbehandelt das Risiko von Komplikationen für Mutter und Kind im weiteren Schwangerschaftsverlauf und bei der Geburt deutlich erhöht.

So kommt es bei der Schwangeren gehäuft zum Auftreten von Harnwegs- und Nierenbeckenentzündungen, schwangerschaftsbedingten Bluthochdruck und Praeeklampsie (Schwangerschaftsvergiftung).

Die ungeborenen Kinder werden durch den erhöhten Zuckergehalt im mütterlichen Blut quasi gemästet was zu einem deutlich erhöhtem Geburtsgewicht führen kann (meist über 4000 Gramm). Dieses Gewicht kann zu großen Problemen während des Geburtsvorgangs führen und so zum Risiko sowohl für die Mutter als auch für das Kind werden. Schwangere mit Gestationsdiabetes werden deshalb doppelt so häufig per Kaiserschnitt entbunden. Trotz der Größe des ungeborenen Kindes kann es zu Ausreifungstörungen der kindlichen Organe kommen. Insbesondere die langsamere Ausreifung der kindlichen Lungen kann nach der Geburt zu Atemproblemen führen. Eine weitere große Gefahr liegt in der Störung der Entwicklung des Mutterkuchens. Dies kann zu einer kindlichen Mangelversorgung, Frühgeburten und sogar zum Absterben des Kindes führen.

Der Nachweis eines vorliegenden Schwangerschaftsdiabetes ermöglicht dagegen eine Behandlung der erhöhten Blutzuckerwerte durch Ernährungsumstellung oder, falls dies nicht ausreicht, mittels Insulin und kann so das Risiko für Mutter und Kind deutlich reduzieren. Zudem können sich eventuell entwickelnde Komplikationen durch engmaschigere und umfassendere Vorsorgeuntersuchungen in der Regel frühzeitiger erkannt werden.

Die Deutsche Diabetes-Gesellschaft empfiehlt auf Grund dieser Risiken bei jeder Schwangeren einen Glucose-Toleranz-Test zum Nachweis eines Schwangerschaftsdiabetes zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche durchzuführen.

In Fällen eines erhöhten Risikos für das Auftreten eines Schwangerschaftsdiabetes (Übergewicht, Diabetes bei Eltern oder Geschwistern, Schwangerschaftsdiabetes in einer vorangegangenen Schwangerschaft, Gewicht eines vorangegangenen Kindes über 4 500 g oder vorangegangene Totgeburt) wird empfohlen, diesen Test bereits im ersten Trimenon (8- 12. Schwangerschaftswoche) durchführen zu lassen, und ihn bei unauffälligem Befund nochmals in der 24.–28. und 32.–34. Schwangerschaftswoche zu wiederholen.

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Glukose-Toleranz-Test